Aktuelle Standpunkte
Barrierefreiheit für das Blu!
In Potsdam leben ca. 23.000 Menschen mit Behinderungen. Viele von ihnen sind auf einen Rollstuhl angewiesen. Die Selbsthilfegruppe „Behinderte in Potsdam-West“ hat nun bei einer Führung festgestellt, dass das neue Schwimmbad blu für Rollstuhlfahrer nicht eigenständig nutzbar sei. Insbesondere die fehlenden elektrischen Türöffner stellten für Gehbehinderte ein Problem dar. Weiterhin fehlten Hebeeinrichtungen oder auch helfendes Personal für den Wechsel vom normalen in einen wasserfesten Spezialrollstuhl. Darüber hinaus gäbe es nur einen Lifter (mobile Einstiegshilfe), der zwischen den Becken hin- und hergeschoben werden müsse.

Die Stadtwerke Potsdam haben zugesagt, dass sie zusätzliche Becken-Lifter anschaffen werden. Auch sollen zumindest die Duschvorrichtungen einen elektrischen Türöffner bekommen. Alle Forderungen des Behindertenbeirates seien jedoch beim Bau des Bades erfüllt worden. So bejahen die Stadtwerke die Frage nach der Barrierefreiheit auf der Website des blu. In den „Informationen für Gäste mit Mobilitätsbeschränkungen“ reduziert sich dieses Versprechen jedoch meist auf den Begriff der stufenlosen Zugänglichkeit aller Bereiche. Unter dem Punkt „Besonderheiten“ wird u.a. angemerkt:
  • „Manche Türen (z.B. vom Umkleidebereich zu den Schwimmbecken) sind recht schwergängig und evtl. nur mit Hilfe zu bedienen.
  • Der Kassenautomat im Saunabereich ist ggf. nur mit Hilfe zu bedienen (Höhe Münzschlitz 128 cm).
  • Keine Haltegriffe im Umkleidebereich vorhanden.
  • Alle Becken sind stufenlos erreichbar, ins Wasser führen dann jedoch Leitern/ Treppen.
  • Die beiden Rutschen im Familienbadbereich sind nur über Stufen zugänglich.“    

 

Die Stadt zieht sich auf das Vorliegen einer Bauabnahme für das Schwimmbad zurück und spricht überdies von gewünschten „zusätzlichen Dingen“. Ganz anders als diese defensiven Aussagen liest sich dagegen der einladende und proaktive Satz im Leitbild der Stadt: „Alle Potsdamerinnen und Potsdamer, ob mit oder ohne Behinderung, haben ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben. Potsdam setzt sich aktiv für Barrierefreiheit ein.“

 

Der CDU-Kreisverband fordert daher die Stadtverwaltung auf:

  • den Brief der Selbsthilfegruppe und die enthaltene Kritik aufzunehmen
  • eine Überprüfung zu veranlassen, inwieweit der Bauherr und Schwimmbadbetreiber die baurechtlichen Vorgaben hinsichtlich der erforderlichen Barrierefreiheit eingehalten hat bzw. Nachbesserungspflichten bestehen
in Absprache mit dem Behindertenbeauftragten und dem Betreiber, der Stadtwerketochter Bäderlandschaft Potsdam, ein Nachrüstungskonzept für die Barrierefreiheit des Bades zu entwickeln und umzusetzen.