Aktuelle Standpunkte
Mobilität partnerschaftlich gestalten

Die Verkehrssituation in der Landeshauptstadt ist das mit Abstand größte Reizthema unter den Potsdamern. In einem Interview erklärte der Oberbürgermeister zum wiederholten Mal, Potsdam sei und werde „nie autofreundlich werden.“ Dies stellt aufgrund der baulichen Gegebenheit der Innenstadt zwar einerseits einen Fakt dar, drückt andererseits aber auch eine ablehnende Haltung gegenüber der autofahrenden Bevölkerung aus. So sagte Herr Jakobs wörtlich:
 

„Wer in die Innenstadt will, sollte allenfalls bis zur Stadtgrenze mit dem Auto fahren und dann in die Straßenbahn umsteigen oder in den Bus oder auf das Fahrrad.“
 

Diese Worte stehen allerdings nicht im Einklang mit dem Leitbild der Stadt, in dessen Kapitel „Die wachsende Stadt“ festgestellt wird: „Damit auch unter den Bedingungen städtischen Wachstums die Mobilität gesichert ist, werden die vorhandenen Verkehrssysteme schrittweise verbessert. Dabei wird die Tatsache respektiert, dass die Wahl des Verkehrsmittels auch von der persönlichen Lebenssituation abhängt.“ Richtig ist sicherlich, dass viele Einwohner der Potsdamer Innenstadt gut ohne Auto auskommen können. Doch der Blick sollte sich stärker auf die außerhalb des Zentrums lebenden Einwohner richten.

 

Auf Grund der flächigen Struktur des Großraumes Potsdam und der daraus resultierenden suboptimalen Erschließungsmöglichkeiten durch den ÖPNV sowie unter Einbeziehung der dort gesunkenen infrastrukturellen Qualität sind viele Potsdamerinen und Potsdamer auf das Auto bei der Gestaltung ihrer Lebensabläufe angewiesen. Mit politischer Ignoranz und der grundsätzlichen Verdrängung von Kraftfahrzeugen mittels Fahrbahnverengungen, Pförtnerampeln, teuren Parkgebühren u.a. wird man diesen Tatsachen jedenfalls nicht gerecht.

Die CDU Potsdam fordert daher den Oberbürgermeister auf,

  • gemäß dem Leitbild Potsdams - wie für Fahrradfahrer und ÖPNV-Nutzer -  gleichberechtigt auch für die auf das Auto angewiesenen Bürger schrittweise Verbesserungen in der Verkehrsinfrastruktur zu gestalten
  • den derzeitigen verkehrspolitischen Ansatz der Stadt hin zu einer partnerschaftlichen Sichtweise zu verändern, die Fahrrad, Auto, Bus und Bahn gleichberechtigt berücksichtigt
  • eine Harmonisierung zwischen dem öffentlichen und dem individuellen Verkehr herbei zu führen, um den ÖPNV sinnvoll zu
die differenzierte infrastrukturelle Ausgestaltung der Stadtteile anzustreben und parallel neue Wohngebiete breit gefächert zu entwickeln, um Verkehr von vornherein zu minimieren