Aktuelle Standpunkte
Groß Glienicke nicht abhängen!

Mit dem Fahrplanwechsel ab 10. Dezember wird der Stadtteil Groß Glienicke nur noch zu Schulanfangszeiten direkt mit dem Potsdamer Zentrum verbunden sein. Tagsüber sollen zukünftig die Buslinie 638 am Campus Jungfernsee enden, so daß die Fahrgäste dort in die Tram 96 umsteigen müssen. Auf diese Weise erweist sich für die Bürgerinnen und Bürger in Groß Glienicke der vermeintliche Fortschritt nach monatelanger Bauzeit der Straßenbahnstrecke als tatsächlicher Rückschritt: Die Fahrzeit Groß Glienicke/Zentrum und zurück verlängert sich - ein nahtloser Umsteigeanschluss am Campus Jungfernsee vorausgesetzt - um insgesamt 17 Minuten (Bus 638), also mehr als eine Viertelstunde.

Bei Verspätungen wird es entsprechend noch länger. In Zeiten, in denen anderenorts moderne und zukunftsorientierte Verkehrsbetriebe und Stadtverwaltungen Optimierungsmöglichkeiten prüfen, um Fahrtzeiten zu verkürzen, und den ÖPNV als echte Alternative zum Individualverkehr auszubauen, scheint man in Potsdam rückwärts gerichtet und verlängert Fahrzeiten.   So titelte aktuell eine überregionale Tageszeitung zu Recht und sehr prägnant: "Der Potsdamer Norden ist abgehängt". Hinzu kommt, daß der Umsteigevorgang am Campus Jungfernsee - besonders bei Wind und Wetter - nicht nur für ältere und gehbehinderte Menschen sondern auch junge Familien mit Kinderwagen umständlich ist und zusätzlichen Stress und Aufwand bedeutet.

Für eine Stadtverwaltung, die sich Barrierefreiheit auf ihre politischen Fahnen geschrieben hat, ein Armutszeugnis. Die Anwohner Groß Glienickes finden diese neuen ÖPNV-Bedingungen alles andere als zeitgemäß. Und sie haben Recht. Die Landeshauptstadt wächst, Infrastruktur wird ausgebaut, aber die Bürgerinnen und Bürger in Groß Glienicke verlieren den direkten Anschluß nach Potsdam, in die Landeshauptstadt. Ärzte, Kliniken aber auch die Stadtverwaltung sind nicht mehr direkt erreichbar. Die Groß Glienicker haben bereits 600 Unterschriften gesammelt, um gegen diesen Zustand zu protestieren. Wir unterstützen das Anliegen der Bevölkerung. Bevor eine neue Regionalbahn zwischen Potsdam und Spandau fährt, sollte es möglich sein, mit den Groß Glienickern zusammen eine zufriedenstellende Lösung zu finden.

Die CDU - Potsdam fordert daher die SVV auf,

zusammen mit den Bürgerinnen und Bürgern in Groß Glienicke eine bürgerfreundliche Lösung zu finden, um die Fahrzeiten nach Potsdam nicht künstlich zu verlängern, sondern zu verkürzen.
 
sicherzustellen, daß Menschen aus Groß Glienicke Ärzte, Kliniken und Verwaltungseinrichtungen in Potsdam zügig und unkompliziert mit dem ÖPNV erreichen können.
 
mit dem Oberbürgermeister und dem ViP Verkehrsbetrieb Potsdam ein tragfähiges Angebot für Groß Glienicke zu entwickeln, beispielsweise indem Expressbusse (nach Berliner Vorbild) eingesetzt werden, die in Groß Glienicke, am Rathaus, Brandenburger Straße und Platz der Einheit sowie am Hauptbahnhof halten.