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Pressemitteilung
15.06.2017, 09:46 Uhr
Kein Denkmal für Lenin!

 

Die Stadtverwaltung Potsdam hat mehrfach sowohl mündlich als auch schriftlich beim Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege (BLDAM) eine Aberkennung des Denkmalstatus und eine Löschung des Lenin-Denkmals aus der Denkmalliste des Landes Brandenburg angeregt. 2013 wies die Obere Denkmalschutzbehörde den Antrag auf Streichung aus der Denkmalliste ab.
 

Aus Sicht der Landesregierung ist das Denkmal nicht aus der Denkmalliste zu streichen, da es die gesetzlichen Denkmaleigenschaften erfüllt.

Das öffentliche Erhaltungsinteresse begründet sich in der künstlerischen und wissenschaftlichen Bedeutung der Leninstatue sowie in ihrer Funktion als einem Zeugnis der Gedenkkultur der DDR-Zeit, auch und immer noch in ihrem fragmentarisch überkommenen Umfang, nachdem die eigentliche „Gedenkstätte“ an der Hegelallee beseitigt worden ist. Eine Wiederaufstellung der Statue ist aus Sicht der Landesregierung hingegen nicht geboten. Aus denkmalfachlicher Sicht könnte z. B. auch eine museale Aufstellung geeignet sein, um die Möglichkeit der Kontextualisierung des Objekts zu schaffen.

 

 

Potsdam -

Hierzu gibt der Potsdamer Landtagsabgeordnete Steeven Bretz (CDU) folgendes Statement:

Die Antwort der Landesregierung zeigt: Auch heute müssen wir in Brandenburg noch über Lenin reden.

Die Potsdamer Lenin-Figur soll nach Einschätzung der Landesregierung von „künstlerischer und wissenschaftlicher Bedeutung“ sein. Kunst kommt aber bekanntlich von Können, nicht von Kopieren. Diese Potsdamer Lenin-Figur ist eine Kopie einer sowjetischen Vorlage, wurde ausgeführt von einem unbekannten Bildhauer und hat daher keinen besonderen künstlerischen Wert. Das wurde vom Stadtkonservator der Landeshauptstadt mittels eines Gutachtens bereits im Jahre 1991 zu Recht festgestellt. Die Landesregierung aber findet offenbar gerade diese Figur derart beeindruckend, dass sie diese weiterhin für denkmalwürdig hält. 

Zum zweiten sieht die Landesregierung in der Lenin-Figur ein „Zeugnis der Gedenkkultur der DDR-Zeit“. Offensichtlich hat die Oberste Denkmalschutzbehörde Brandenburgs nicht wahrgenommen, dass diese Figur mit kyrillischer Inschrift nicht von der DDR, sondern von der Sowjetunion auf dem damaligen Casino-Gelände der Roten Armee in Potsdam aufgestellt wurde und Bestandteil eines Propagandaensembles war. Dass die Landesregierung in ihrer Antwort die Figur zum DDR-Kulturgut erklärt, geht damit an der Historie vorbei.

Weiterhin schlägt die Landesregierung eine museale Ausstellung der Figur vor. Das aber hat die Stadt Potsdam bereits abgelehnt. Die Haltung der Landeshauptstadt sollte von der Landesregierung berücksichtigt und nicht übergangen werden.

Ein weiterer Punkt ist, dass die Denkmalliste gar keine Begründung für den Denkmalstatus der Lenin-Figur enthält. Die Landesregierung bestätigt, dass der Passus „zu Ehren des 100. Geburtstages“ keine Begründung darstellt. Insofern erfüllt der Eintrag in die Landesdenkmalliste nicht die formalen Anforderungen,  die das Brandenburgische Denkmalschutzgesetz vorschreibt.

Das Gesetz über den Schutz und die Pflege der Denkmale im Land Brandenburg (Brandenburgisches Denkmalschutzgesetz - BbgDSchG) vom 24. Mai 2004 gibt § 28 vor:

„Die Eintragungen sind innerhalb von fünf Jahren nach In-Kraft-Treten dieses Gesetzes um die nach § 3 Abs. 3 erforderlichen Angaben zu ergänzen.“ Wenn die Landesregierung also den Denkmalstatus der Lenin-Figur aufrechterhalten möchte, dann sollte sie längst einen guten Grund für die Eintragung gefunden haben. Die Zeit dafür ist laut BbgSchG seit 13 Jahren abgelaufen. 

Neben allen sachlichen Gründen, der Figur den Denkmalstatus zu entziehen, dürfte die politische und historische Bedeutung der Person Wladimir Iljitsch Lenin ein sehr wichtiger Grund für die Aberkennung sein. Lenin hat für Stalin und für weitere Diktatoren den Grundstein gelegt und sich selbst an Millionen Menschen schuldig gemacht. Für das Gelingen einer kommunistischen Weltrevolution waren ihm alle gewalttätigen Mittel – einschließlich des Terrors - recht. In der Geschichtsforschung wird Lenin mit den Adjektiven kaltblütig, fanatisch und bösartig beschrieben.  Interessanter Weise verzichtete die LReg vollständig auf eine Einschätzung und Einordnung seines historischen Wirkens.

Wichtiger als die Verteidigung des Denkmalstatus der Lenin-Figur wäre daher, in dieser Angelegenheit endlich einen Schlusspunkt und damit auch ein eindeutiges Zeichen gegen Geschichtsschwärmerei und Verklärung zu setzen. Dem Anliegen der Landeshauptstadt Potsdam, der Lenin-Figur den Denkmalstatus abzuerkennen, sollte sich die Landesregierung endlich anschließen.

Die Landesregierung hat sich mit dieser Antwort jedenfalls gründlich disqualifiziert.“

Steeven Bretz MdL